Tour 2016 “Wangerland”

 

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So, dann wollen wir die Fahrt einmal reflektieren:

Ist doch schön, wenn es am Freitag nicht ganz so früh los geht und man noch ein wenig Erholungsschlaf tanken kann.
10:00 Uhr Frühstück ist doch ne feine Zeit.
Dumm nur, wenn der Wecker gepflegt ignoriert wird und du um 9:45 Uhr realisierst, dass es ziemlich eng wird mit dem pünktlichen Erscheinen.
Schnell den Wecker rasieren, die Dusche ausschalten, Haare putzen und die Zähne kämmen. Läuft.
Und was soll ich sagen, das Backupsystem Nachbar läuft auch. Wenn um kurz vor 10 die Rollläden noch dicht sind, dann gibt es einen Weckruf.
So sind sie, die Nachbarn. Schläft man mal lange, dann rufen sie an, wird die Hütte mit einem 40-Tonner ausgeräumt, hat keiner was gesehen ;-)

Zum Frühstück sind um kurz nach Zehn dann doch fast alle zusammen.
Martin muss erst noch alle Spuren verwischen, die ihn einer Stammtischfahrt zuordnen könnten.
Passend zur Durchfahrt des 11-Uhr-Zuges ist auch er vor Ort und wir sind komplett.
So ein Frühstück hat schon einen leicht komischen Geschmack, wenn nicht bekannt ist, wo es hingeht. Man kann seine Ernährung nicht auf das einstellen, was kommt. Was kommt ist das erste Pilsken um 11.
So ein Bierchen macht die Zunge locker. Es ist raus:
Es geht ins schöne Wangerland!!!
Wohin?!?!?!? Ratlose Blicke……
Dann die Aufklärung: Müller Sambatour ohne Samba an die Nordseeküste.

Auf den Schreck noch ein Konterbier und schon geht’s los.
Autos besetzen und los geht’s auf große Fahrt. Ich hätte niemals gedacht, dass ich noch einmal in eine Kaserne einfahre. Aber, sag niemals nie.
Erste Pinkelpause an der Bahn. Es kommt, was kommen musste: Zimmeraufteilung. Erleichterung quer durch die Reihen.
Am Stützpunkt angekommen erst mal mit alle Mann die Rezeption stürmen. Der erste Eindruck ist halt der wichtigste.
Nachdem alle Klarheiten beseitigt waren, konnten die Zimmer bezogen werden.
Und dann hieß es: „Erster Zug in kleinem Kampfanzug vorm Gebäude angetreten!!“
Erkunden des Geländes und den Gegner sondieren.
Erster kulinarischer Höhepunkt: Jever aus Plastikbechern. Leckerschmecker!
Zum Abend hin umbetten in die “Kantine” und die holländischen Köstlichkeiten testen.

Nach dem Essen kurz durchatmen und dann auf ins Colorado. Keine Ahnung was dieser Lokschuppen mit Colorado zu tun hatte. Lag wohl an der Südstaaten- und der US-Flagge. Bowlingbahn entdeckt. Also auf geht’s. Klappt alles super, bis Tilli wirft. Er holt aus zu seinem Xten Strike und dann?
Licht aus…. Stille.
Hat er mal gepflegt die ganze Bahn ausgeschossen.
Was soll’s. Rüber ans Brett und Leckerschmecker. Langsam arbeiten wir uns zur Musik durch. Hier mussten wir dann feststellen, dass wir noch lange nicht am Ende der Fahnenstange, was das Saufen angeht, angekommen waren. Ein netter Kegelclub aus der Warendorfer Gegend hatte sich mittlerweile sauberst vom Planeten geschossen und stand nun sabbernd vor einem Frauenstammtisch. Beste Anmache der Welt: Sabbern und gucken wie ein Auto. Hat nicht wirklich geklappt.
Im Laufe des Abends hat sich dann heraus gestellt, dass wir auf einem Firmenausflug sind und am nächsten Morgen noch ein Meeting haben. Thermomix für Beton wird der Renner, da waren wir uns einig. Wir haben das Spiel mitgespielt und was ist der Dank. Nachher war die Dame sauer, wir hätten sie getäuscht. Dabei hat sie uns diese Theorie quasi in den Mund gelegt. Da sagst du mal, was die Frauen hören wollen, ist das auch nicht richtig. Tilli konnte den Sachverhalt zum Ende des Abends aufklären.

Ruderwettbewerb:
Ein Spielchen darf ja auf so einer Tour nicht fehlen. Top Idee: Mit zehn Mann auf einer Bierbank sitzen und im Takt rudern. In einer Kaserne sollte man wissen was passiert, wenn man im Gleichtakt auf einem schwingenden Tragwerk unterwegs ist.
Was soll ich sagen, die Brücke (Bank) ist natürlich zusammen gebrochen.
Keine Ahnung, was wir gewonnen habe, wir haben es nie bekommen, da wir am Samstag kulturell unterwegs waren. Aber dazu später mehr.
Dafür haben wir um 23:15 Bernd’s Geburtstag gefeiert. Stefan hat gehört, es gäbe eine Flasche Sekt zum Geburtstag. Top Idee bei All in…..
Dafür gab es aber auch noch einen Musikwunsch. Und die Jungs haben nichts Besseres zu tun als sich Erna P. zu wünschen. Wurde auch entsprechend schnell abgewürgt. Happy Birthday Bernd.

Wenn Frauen Tanzen: Wenn Frauen tanzen, dann kann das harmonisch aussehen. Es kann aber auch sein, dass Mann einfach nur im Weg steht. Was macht die Frau von heute? Sie packt beherzt zu und stellt Mann an die Seite. Ebenso verdutzt wie eingeschüchtert fragt Stefan dann, ob sie tanzen möchte. „Geht klar aber ICH führe.“ kam als Antwort. Weißte Bescheid.
Wir haben den Abend noch lecker ausklingen lassen und sind dann auf die Stuben.

 

Samstag war 10 Uhr sammeln am Buffet angesagt. Erstaunlicher Weise ergab das Durchzählen: Keine Ausfälle zu verzeichnen. Damit stand dem nächste Höhepunkt (nach dem rudern auf der Bank) auf der Fahrt nichts im Wege.
Kurze Ruhepause und dann rüber zum Fahrradverleih unseres Vertrauens.
RIESEN Lagerhalle mit gefühlt 2000 Fahrrädern im Hochregal und auf dem Boden. Und dann kam er. Ich sage nur: Der Buckelige aus Louis und die Außerirdischen Kohlköpfe.
Nach seinen Klamotten zu urteilen hatte er kurz vor uns noch bei allen Rädern mit seiner Hose und seinem Hemd die Ketten sauber gemacht.
Am Außenauftritt muss die Firma noch etwas arbeiten. „Wir machen das ja erst seit einem halben Jahr.“ So lange hat er seine Klamotten auch nicht mehr gewechselt. Da möchte ich gar nicht wissen, wie viele Räder in einem Jahr hier eingelagert sind.
Das Ausleihen ging recht zügig und wir konnten uns auf den Weg nach Jever zur Brauereibesichtigung machen. Wir wussten ja nicht, was uns erwarten sollte.

Schon wieder ohne Ausfälle sind wir an der Brauerei angekommen. Es war noch Zeit, also schnell noch ein Bier in der Nachbarschaft nehmen. Da die Brauerei am Wochenende zu hat bekamen wir die Sparversion in Form einer Führung durch das benachbarte Brauereimuseum.
Die Krönung war die Führerin. In den akribisch auswendig gelernten Text, den sie auch mit ostfriesischer Störrigkeit vortrug, wurden einige „Scherzchen“ eingebaut, ohne diese nicht mit einem Dauergrinsen anzukündigen. Nur mit einem höflichen Lachen konnten wir die arme Frau von ihrem Gesichtskrampf befreien.
Zum Dank gab es dann zwei!! mit Liebe gezapfte Jever in der „Braustube“.

Um nicht sagen zu können, wir hätten nichts gesehen, sind wir natürlich wieder in den zuvor besuchten Biergarten gegangen und konnten uns schön das Treiben in den Straßen von Jever anschauen. So weit so gut. Dann kam er!!!
Wir saßen wohl direkt an einer viel befahrenen Radroute. Zuerst kam seine Frau und dann er. Tourenrad, Satteltaschen, Helm auf, geschätzte 70 Jahre. Hört sich normal an.
Dumm war, er hatte bis auf gelben Helm und kurzer Hose sonst nix an.
Na, fängt das Kopfkino an??
Das hat die Frau schon richtig gemacht. Sie fährt vor, dann sieht sie das Elend hinter sich nicht.
Hat etwas gedauert, bis wir uns das Bild wieder schön getrunken hatten.
Kennt ihr das, da sitzt man schön bei einem Bier in der Fußgängerzone und nebenan spielt ein absolut talentfreier Wanderziehharmonikaspieler seine – wie soll ich es nennen – Melodien. Was machen, kurz vor Ohrenbluten musste ein Plan her. Jemand sagte: “Gib ihm fünf Euro mit der Bedingung, dass er weiter zieht.” Noch nicht ganz ausgesprochen, da ist Alex schon weg und verhandelt mit Vladimir. Kurz danach: RUHE, vom Feinsten.
Hätten wir nicht einen Auftrag im Wangerland gehabt, ich glaube, das wäre da im Biergarten noch fein eskaliert. Nützt aber nix, wir müssen zurück.
Alex kassiert noch eben im Biergarten ab, dann kann es los gehen.

Fahrräder bei Fahrradverleih versteckt und dann rüber ins Feierguantanamo.
Auf dem Weg dorthin eine Schrecksekunde. Christian G. hatte nichts Besseres zu tun als sich an einer 10 cm Kante vom Bordstein das Bein zu verdrehen. Bein verdreht, Christian, da schrillen die Alarmglocken. Glück gehabt. Tief durchatmen, dann ging es wieder.

Passend zum Essen waren wir wieder da. Wer über den Tag im Getto geblieben war, war unschwer zu erkennen. Auch in so mancher Ecke lag Vorgekautes. Ich glaube, der Koch hat nachmittags auch mitgemacht. Es sollte „Edelfisch“ geben.
Der war auch edel. Edel versaut. Frisch gekochte Wellpappe kann man nicht geschmackloser zubereiten. Das einzig gute am Fisch: Fisch muss schwimmen.
Also, ab ins Gewühl.
Erst mal wieder ein wenig Bowling. Wir wussten ja, um 21 Uhr geht das Licht aus.

Wir sind dann mal in die Schlagerschmiede gegangen.  Da lief PUR. Der Abend gestaltete sich zur Herausforderung. Was hilft? Ein gewagter Plan: Die Getränkekarte einmal durch.
Als Erstes ein Gin Tonic. Staubtrocken. Dann Bacardi Cola. Da hatte der Koch wohl wieder seine Finger im Spiel. Untrinkbar.
Aber dann, es kam das Getränk des Abends: Amaretto-Apfelsaft!
Ein absolutes Weihnachtsgesöff. Es fehlte nur noch Zimt und eine Rosine am Glasrand.
Jetzt waren Mischgetränke mit Sekt am Start. Schon an den Farben hätten wir erkennen müssen, hier ist Chemie im Spiel. Zuckerschock und Gesichtslähmung waren das Ergebnis.
Wir haben dann die Challenge nach Colorado verlegt.
Wisst ihr, das Tilli gleichzeitig Dortmund- und Schalkefan ist? Wir waren uns da ziemlich einig. Das ist wie gleichzeitig Durchfall und Verstopfung. Das geht nicht!

Im Colorado wieder ein Gin Tonic. Hatten wir doch schon. War wohl der Bacardi Ersatz.
Auf der Tanzfläche angekommen, gab es von Christian erst mal ne Rutsche Tequila. Wenn lau dann jau. Merke: Wer das Tablett mit den Kurzen auf dem Boden abstellt und sich umdreht, darf sich nicht wundern, wenn der Service die Stolperquelle entsorgt.
Aber, wenn lau dann jau. Noch einmal das Gleiche geholt. Schmeckte wie Möbelbeize.
Letztendlich sind wir dann wieder bei Bier gelandet. Never change a running System.
Hätte Bernd auch mal machen sollen. Zu späterer Stunde konnte man ihm ansehen, wie er langsam seine Systeme runter gefahren hat. Dann Shutdown.
Den Rest des Abends haben wir uns bei nicht erfüllten Musikwünschen und lauter Musik angeschrien, was sich in den Stimmen am nächsten Morgen wiederspiegelte.

Der Sonntag lässt sich schnell beschreiben: Stimme weg, Luft raus. Bei Bernd war nicht nur die Luft raus. Er hat am Morgen einen kompletten Reboot gestartet und jetzt hing das System wohl beim Hochfahren. Den Besuch in Colorado haben wir uns nach dem Frühstück geschenkt und sind zur Ermittlung des neuen Orgateams an die Nordseeküste gefahren. Sonnenschein in strömen. Ab in die Pinte und was nimmt Bernd? Pils.
Das System schien wieder zu laufen. Später hat Gerold dann den Reboot probiert. Hat , glaube ich, auch geklappt. Bei der Ermittlung des neuen Orgateams konnten Olaf und Ingo dann noch so gerade die Köpfe aus der Schlinge ziehen und haben Martin und Christian G. den Vortritt gelassen.
Am Nachmittag ging es dann nach Hause zu einem Scheidebecher und Friedhelms Pommes in der Sprittecke.
Was kann man bei einer Bestellung von 11 CPM und 3 Cheeseburger nicht verstehen???
Wir bekamen 10 CPM und 2 Schnitzel…….
Und bei der Pommes fehlte wieder der halbe Hahn! Skandal!

Somit ging eine mal wieder gelungene Fahrt zu Ende.
Ein großes Danke an die Planer Peter und Tilli.

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